Vorträge und Termine 2019

16. Januar 2019, Berlin
Einladung zum Expertengespräch der Kinderkommission des Deutschen Bundestags „Chancen und Risiken des frühen Gebrauchs von digitalen bzw. Bildschirmmedien“, Prof. Dr. Paula Bleckmann, Prof. Dr. Ralf Lankau (nichtöffentlich)

25. Januar 2019, Bremen
Kein Mensch lernt digital oder: Wem nützt die Digitalisierung des Unterrichts? Vortrag und Diskussion mif Prof. Dr. phil. Ralf Lankau,
19:30 Uhr, Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen

Die Digitalisierung aller Lebensbereiche ist kein Technik-, sondern ein Systemwechsel. Bei Digitalgeräten gibt es einen permanenten Rückkanal. Alles wird gespeichert, idealiter prenatal bis postmortal. Dieser Datenpool wird mit immer ausgefeilteren Algorithmen des Big Data Mining analysiert und mit Methoden der Empirie, Statistik und Mustererkennung ausgewertet. Der Mensch wird zum Datensatz und Material für die „Heilslehren der Data-Isten“. Je früher Menschen psychometrisch vermessen werden können, desto exaktere Persönlichkeits-, Lern- und Leistungsprofile entstehen. Um so leichter ist die Einflussnahme und Manipulation. Das ist der Grund für die Forderung nach Digitaltechnik in KiTas und Grundschulen. Automatisierung und Digitalisierung von Lehr-/Lernsituationen sind dabei Bausteine, um Menschen an Display, Touchscreen und synthetische Sprachsysteme zu gewöhnen.
Maschinen sagen ihnen, was sie tun sollen. Das ist Gegenaufklärung aus dem Silicon Valley per App und Web. Ist das „alternativlos“ oder kann man Digitaltechnik und Netzwerke auch als Instrument der Emanzipation, selbstverantwortlich und selbstbestimmt nutzen?

02. Februar 2019, Balingen (Samstag), 09:00 Uhr – 12:00 Uhr
Aufwach(s)en mit digitalen Medien: Wie werden Kinder und Jugendliche in einer technisierten Welt zu autonomen Persönlichkeiten?
Vortrag von Prof. Dr. phil. Ralf Lankau mit einem eurythmischen Beitrag der 11. Klasse, Veranstaltungsort: Stadthalle Balingen, kleiner Saal

Wirtschaftsverbände und IT-Industrie fordern unisono, Digitaltechnik und Programmiersprachen müssten möglichst früh in den Schulen, wenn nicht gar Kita, unterrichtet werden, um Schülerinnen und Schüler „fit für die digitale Zukunft“ zu machen. Unterschieden wird weder nach Alter noch Schulform oder Schulfach. Eine Technik scheint das Allheilmittel zu sein. Das Problem: Der Nutzen von Digitaltechnik in Schulen lässt sich nicht belegen, im Gegenteil. Ob OECD-, Telekom- oder PISA-Studie, das Ergebnis ist identisch: Entscheidend für guten Unterricht und Lernerfolge sind die Lehrkräfte, nicht Medientechnik. Die Frage lautet daher: Welche Interessen stecken tatsächlich hinter den Forderungen der „Digitalisierung von Bildungseinrichtungen“ unter dem Schlagwort „Bildung 4.0? Und was sind die Alternativen, wenn man kindliche Entwicklung und Schule und Unterricht vom Menschen und seinen Lernprozessen her denkt und plant?

So, 10. Februar 2019, 17:15 – 18:30 Uhr, Dialog im Kloster
Worauf ich Wert lege, wenn es um die zunehmende Digitalisierung geht… Die Digitalisierung betrifft alle Lebensbereiche. Dabei droht eine Spaltung der Gesellschaft in diejenigen, die diesen Wandel mit gestalten können, und diejenigen, die nurmehr reagieren. Zudem verstärkt sich für viele der Eindruck, dass der Mensch selbst immer mehr zum Datensatz wird. Nach einem Impulsreferat von Ralf Lankau, Professor für Mediengestaltung und Medienwissenschaft, besteht die Einladung zum Dialog. Termin: Sonntag 10. Februar 2019, 17.15 – 18.30 Uhr,
Ort: Kloster unserer Lieben Frau, Lange Straße 9, Offenburg
Veranstalter: Bildungszentrum Offenburg, c-Punkt Offenburg, Evang. Erwachsenenbildung Ortenau, Kloster Unserer Lieben Frau
Eintritt frei – es wird um eine Spende gebeten

05. April 2019, Rosenheim
„Kinder lernen analog: Die Lüge der digitalen Bildung“,
Vortrag und Info-Nachmittag: Kinder und digitale Medien; neon Prävention & Suchthilfe

15. April 2019, Aalen
KeinMensch lernt digital –  Über den sinnvollen Einsatz digitalerMedienProf.Dr. Ralf Lankau, Hochschule Offenburg

Die IT-Industrie fordert, Digitaltechnik und Programmiersprachen schon in der Grundschule zu unterrichten, damit die Schülerinnen und Schüler für die digitale Zukunft gerüstet seien. Dabei ist der Nutzen digitaler Medien in der Bildung nach wie vor fragwürdig.  Der Vortrag geht sowohl auf die wissenschaftlichen Grundlagen (Kybernetik, Behaviorismus) als auch auf die technischen Rahmenbedingungen von Netzen und Cloud-Computing ein, bevor konkrete Vorschläge für einen reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit Digitaltechnik in der Bildung skizziert werden. Die These des Referenten lautet: Wir müssen uns auf unsere pädagogischen Aufgaben besinnen und (digitale) Medien wieder zu dem machen, was sie im strukturierten Präsenzunterricht sind: didaktische Hilfsmittel.

Rückschau Vorträge 2018